26.07.2012: Montevideo (Uruguay)
26 07 2012Das war es nun schon wieder – mit einem blitzartigen Wechsel meiner Nationalitäten, bin ich seit heute wieder Argentinier 🙂 die letzten 24 Stunden hatte ich mir ja eine Auszeit von der Stadt gegönnt und bin mal eben nach Uruguay Gefahren. Zugegeben ist das wirklich simpel und es hat gut getan, nach dem bolivianischen 3.Welt Chaos,mal wieder geordnete Strukturen zu erleben. Argentinien und Uruguay arbeiten -zumindest bei der Immigration- vorbildlich zusammen und so ist die Überfahrt mit der Fähre in 3 Stunden kaum spürbar. Uruguay präsentiert sich (zumindest in Montevideo) als aufstrebendes und Stolzes Land. überall wird gebaut, renoviert, restauriert. Die Altstadt ist an einem Nachmittag gut zu erkunden und genau dort verbindet sich Kolonialität mit moderner Architektur. Die Menschen hier waren deutlich freundlicher als in BA. Auch hier funktionierte meine Maestro Karte nicht (obwohl es bei fast jeder Bank draußen dransteht), aber es war nicht im entferntesten ein Problem mit der Visa Geld am Schalter zu bekommen. Das ist in BA bekanntlich -wegen Fremdenfeindlichkeit- nicht machbar. Die Dame in der Bank hat dann noch losgelegt und mir Tipps für Hostels etc. Gegeben. Alles sehr charmant. Ich hatte mein Hostel schon und das war eine einzige Baustelle – hat auch erst vor 7 Wochen aufgemacht. Nun ja, hat auch seine Vorteile, aber ich hätte es schon begrüßt, wenn mein Zimmer nicht eine vollverglaste Tür gehabt hätte (manchmal muss ich mich echt fragen *g*) und vor allem ein Schloss – naja, ok, wollen wir mal den Anspruch nicht so hoch legen,wenn ich sie überhaupt hätte zumachen können, wäre ich schon happy gewesen. Aber: das schockt mich alles nicht mehr und das fasziniert mich immer wieder. Solange es sauber ist, heißes Wasser hat (und auch das war ja immer mal wieder nicht der Fall) und keine Bedbugs, staune ich über meine Anpassungsfähigkeit. Das Haus wurde von 2 Jungs betrieben und beide haben sich wirklich viel Mühe gegeben, eine heimische Atmosphäre zu bieten, inkl. live Konzert im Wohnzimmer (der eine tritt heute Abend mit seiner Band auf und es musste noch mal geübt werden). Sehr cool und laut. Mittagessen war ich im Mercardo del Puerto und das war wirklich großartig, überall offene Flamme und ein Fleischfemetzel ohne Ende. Ich hatte eine Art Rollade aus Super saftigem Schwein, gefüllt mit Schinken, Paprika und Käse, dazu Salat, eine Flasche Wein (ne kleine :)) und ein Desert. Sehr lecker und mit gut 34 Euro(!) nicht billig, aber das ist das Leben weder hier noch in BA. Neben mir saß eine Amerikanerin und irgendwie kamen wir ins Gespräch. Sonia hatte gerade heute ihren 63. geburtstag und hatte vor 2 Jahren beschlossen, jeden ihrer kommenden Geburtstage in einem anderen Land zu feiern. Wow – das mit Anfang 60. Irgendwann fragte sie mich dann, ob sie mich begleiten dürfe und mein Bauch sagte, dass es heute mal wieder Zeit ist, dass ich helfe. Also haben wir die Stadt gemeinsam unsicher gemacht, was wirklich ein großer Spaß war – wenn mal alle Flugbegleiterinnen so wären. Am Abend wollte ich noch aus, aber auch hier bewegt sich vor 24:00 Uhr nix und so richtig geht es erst gegen 1:30-2:00 Uhr morgens los. So habe ich mich entschieden zu fragen, was denn davor so los ist und habe den Tipp bekommen zu einer Radioshow zu gehen, in der über die Legalisation von Marihuana in Uruguay diskutiert wird. Na gut,wohl Wissend, dass ich nicht wirklich was verstehe, aber was soll’s. Könnte interessant sein. War es auch und nach einer Flasche Bier bin ich dann zufrieden gegen 0:30Uhr im Bett gewesen. Heute morgen ging es dann wieder zum Hafen, Retour nach BA. Dort werde ich auch den Rest des Tages verbringen, bzw. Im Wellnessnereich meines Hotels (das musste mal sein *g* ich hoffe es ist schön), bevor es morgen nach Iguazu geht. Bin mal gespannt, ob alles klappt, denn das Touristenticket sollte rund das doppelte kosten und da ich keinen Bock mehr auf Dauer-Diskriminierung habe, habe ich einfach angegeben, dass ich Residential bin. Und ich kann morgen am Flughafen mit einer Längen Schlange im Rücken jegliches Englisch und Spanisch auf Knopfdruck vergessen 🙂 wird schon klappen. Bis denne. Euer bald nach Hause kommender Ulf.